
Viele Führungskräfte unterschätzen, wie stark ihre innere Haltung das Verhalten anderer prägt. Tonfall, Körpersprache, Reaktion auf Fehler. All das sendet Signale, die weit über Worte hinausgehen. Doch was für uns selbstverständlich wirkt, kann auf andere ganz anders erscheinen. Kleine Gesten, ein Blick, eine Pause zwischen zwei Sätzen. Sie entscheiden oft darüber, ob sich Menschen gesehen oder übergangen fühlen. Führung beginnt im Inneren, lange bevor sie sichtbar wird.
Ein Beispiel aus dem Coaching zeigt das deutlich. Eine Führungsperson beschrieb sich als offen und wertschätzend. Im Team wurde sie jedoch als unnahbar wahrgenommen. Nicht, weil sie distanziert sein wollte, sondern weil sie selten Emotionen zeigte. Erst durch ehrliches Feedback und Reflexion erkannte sie, dass ihre Ruhe als Gleichgültigkeit interpretiert wurde. Als sie begann, ihre Gedanken transparenter zu teilen, veränderte sich die Dynamik spürbar. Vertrauen wuchs und mit ihm das Miteinander.
Selbstreflexion macht diese unsichtbaren Signale sichtbar. Sie zeigt, wie Haltung wirkt, selbst wenn kein Wort gesprochen wird. Führung wirkt immer, ob bewusst oder unbewusst. Selbstreflexion ist der Schlüssel, diese Wirkung zu verstehen und bewusst zu gestalten.
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Blinde Flecken entstehen dort, wo wir überzeugt sind, im Recht zu sein. Sie verstecken sich hinter Gedanken wie „Ich kommuniziere doch klar" oder „Ich weiss genau, wie mein Team tickt". Doch Wahrnehmung ist immer selektiv. Wir sehen, was wir gewohnt sind zu sehen, und hören, was in unsere innere Landkarte passt.
Selbstreflexion bedeutet, diese Filter sichtbar zu machen. Sie lädt dazu ein, sich selbst mit Abstand zu betrachten. Nicht, um sich zu verurteilen, sondern um sich besser zu verstehen. In Coachings wird oft deutlich, dass der blinde Fleck weniger mit Unwissenheit zu tun hat, sondern mit Selbstschutz. Es ist einfacher, im Aussen nach Gründen zu suchen, als sich mit eigenen Mustern zu konfrontieren.
Doch genau hier liegt der Wendepunkt. Wer erkennt, wo er sich selbst im Weg steht, öffnet den Raum für Veränderung. Eine Führungsperson, die merkt, dass sie auf Kritik defensiv reagiert, kann lernen, darin nicht Angriff, sondern Entwicklung zu sehen. Ein Teamleiter, der spürt, dass er zu schnell eingreift, wenn Unsicherheit entsteht, kann beginnen, Vertrauen zu trainieren statt Kontrolle.
Selbstreflexion bedeutet, sich selbst zuzumuten. Sie verlangt Ehrlichkeit, Geduld und den Mut, Widersprüche auszuhalten. Denn manchmal zeigt sie nicht das, was wir gern sehen würden. Aber sie zeigt, was wahr ist und das ist der Anfang jeder bewussten Veränderung.
Führungskräfte, die diesen Weg gehen, berichten oft von einem überraschenden Effekt: Sie gewinnen an Ruhe. Nicht, weil sie plötzlich alles richtig machen, sondern weil sie sich selbst besser kennen. Sie wissen, was sie triggert, was sie antreibt und wo sie sich selbst korrigieren dürfen. Das schafft Gelassenheit, Vertrauen und Klarheit. Das sind jene Qualitäten, die Teams spüren, noch bevor sie ausgesprochen werden.
Selbstreflexion macht uns nicht perfekt. Sie macht uns menschlich. Und genau das macht Führung glaubwürdig.
Selbstreflexion ist kein Tool, das man einmal im Jahr aktiviert. Sie ist eine Haltung, die täglich mitläuft. Sie entsteht im Innehalten nach einem Gespräch, im Nachdenken über Reaktionen, im bewussten Wahrnehmen eigener Emotionen.
Diese Haltung braucht Ruhe und Mut. Ruhe, um wahrzunehmen, was ist. Mut, um es auszuhalten, bevor man es verändert. Führung, die reflektiert, bleibt lebendig. Sie entwickelt sich, weil sie sich selbst hinterfragt.
Organisationen, die Raum für Reflexion schaffen, gewinnen Führungskräfte mit Bewusstsein statt Automatismus. Sie fördern nicht nur Kompetenz, sondern Reife. Und Reife zeigt sich nicht darin, alles zu wissen, sondern darin, zuhören zu können. Auch sich selbst.

Wirkliche Entwicklung entsteht dort, wo Selbst- und Fremdwahrnehmung aufeinandertreffen. Instrumente wie Feedbackgespräche, Supervision oder Coaching können dabei wertvolle Spiegel sein. Sie helfen, das eigene Bild zu justieren und Zusammenhänge zu erkennen, die man allein nicht sehen kann.
Doch Selbstreflexion endet nicht mit Feedback. Sie beginnt dort, wo man aus dem Gehörten Konsequenzen zieht. Wer Feedback nur anhört, ohne es zu verarbeiten, bleibt Zuschauer des eigenen Verhaltens. Wer es integriert, wird Gestalter.
Selbstreflexion bedeutet nicht, sich ständig zu hinterfragen, sondern sich immer wieder neu zu verstehen. Denn wer seine Muster kennt, kann sie verändern. Und wer seine Wirkung kennt, kann sie bewusst einsetzen.
• Wo verliere ich manchmal den Kontakt zu meiner eigenen Wirkung?
• Welche Rückmeldungen überraschen mich und warum?
• Wann habe ich das letzte Mal bewusst innegehalten, um zu verstehen statt zu reagieren?
• Wie gehe ich mit Feedback um, das mich irritiert?
• Wo spüre ich, dass Entwicklung ansteht?
Führung ohne Selbstreflexion bleibt reaktiv. Führung mit Selbstreflexion wird bewusst. Sie erkennt, dass Klarheit nicht entsteht, indem man alles weiss, sondern indem man bereit ist, hinzusehen.
Vielleicht ist jetzt der Moment, den Blick nach innen zu richten. Nicht, um zu urteilen, sondern um zu verstehen. Wenn Sie lernen möchten, wie Sie blinde Flecken erkennen und Ihre Wirkung gezielt stärken, begleite ich Sie gerne. Gemeinsam schaffen wir Bewusstsein, das führt. Klar, ehrlich und menschlich.

„Führungskompetenz ist nur so stark wie die Selbstentwicklung, die ihr vorausgeht.“
Wer souverän führen, Veränderungen aktiv gestalten und wirkungsvoll kommunizieren will, muss zuerst Klarheit über sich selbst gewinnen. Ich begleite Fach- und Führungskräfte dabei, genau diese Klarheit zu entwickeln. Mit fundierten, praxisnahen Ansätzen, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern spürbare Wirkung entfalten.
Mit über 25 Jahren Erfahrung in Marketing und Kommunikation und mehr als 15 Jahren als Coach und Trainerin verbinde ich strategisches Denken mit psychologischem Tiefgang. Mein Fokus liegt auf Self Leadership, Kommunikation und Veränderungskompetenz. Denn wer sich selbst gut führt, inspiriert auch andere und navigiert Teams souverän durch Veränderungsprozesse.
Die Zusammenarbeit mit mir ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe – individuell, praxisorientiert und wirkungsvoll. Mit dem Ziel, Ihr Spektrum an Kompetenzen gezielt zu erweitern, damit Sie mit Klarheit führen, Veränderungen souverän gestalten und Ihre Kommunikation gezielt schärfen können.

In der heutigen Arbeitswelt gibt es für fast jedes Führungsproblem ein Modell, eine Methode oder ein Framework. Führung wird in Seminaren erklärt, in Checklisten aufgelistet, in Handbüchern präzise beschrieben. Doch wer führt, weiss: Das echte Leben hält sich selten an Lehrbuchlogik. Führung ist kein Puzzle, das sich durch Wissen zusammensetzt. Sie ist ein lebendiger Prozess aus Wahrnehmen, Entscheiden und Erproben. Zwischen Theorie und Praxis liegt eine Zone, in der Erfahrung, Intuition und Persönlichkeit entscheidend werden. Viele Führungskräfte spüren genau hier den Unterschied zwischen „ich weiss, was zu tun wäre“ und „ich tue es tatsächlich“. Wissen inspiriert. Aber Wirkung entsteht erst, wenn Wissen in Haltung übergeht – wenn Erkenntnis in Verhalten sichtbar wird. Führung zeigt sich nicht in Konzepten, sondern im Moment, in dem ein Mensch Verantwortung übernimmt, Unsicherheit aushält und bewusst handelt.
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